Petition "Klybeck endlich gründlich untersuchen" überreicht

Über 1400 Menschen verlangen, dass das Klybeckquartier endlich gründlich auf
Chemieabfälle untersucht wird. Die entsprechende Petition wurde am Mittwoch
(23.9.2026) dem Grossen Rat übergeben.
Nicht nur das Produktionsareal der ehemaligen Ciba im Klybeck ist stark mit gefährlichen Chemierückständen belastet. Sondern auch unter Strassen und Plätzen im Quartier, etwa im Altrheinweg beim Ackermätteli (Grünanlage mit Spielplatz), liegt giftiger Chemiemüll. Dies ist weitgehend unbestritten. Nicht genau bekannt sind jedoch das Ausmass der Belastungen und die Risiken, die vom Abfall ausgehen. Die zuständigen Behörden – das Amt für Umwelt und Energie (AUE) im Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (WSU) – wiegeln ab. Sie lassen die Bevölkerung im Klybeck seit Jahrzehnten über das Ausmass und die Gefährlichkeit der Chemierückstände im Ungewissen. Die Unterzeichnenden verlangen mit der Petition, dass nun endlich wenigstens eine gründliche und systematische Untersuchung eingeleitet wird.
Urheber und Träger der Petition sind die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU), Pro Natura Basel, der WWF Basel, der Neutrale Quartierverein Unteres Kleinbasel, Zukunft.Klybeck, die Wohngenossenschaft Klybeck (WGK) sowie die Parteien Basta! und Grüne Basel-Stadt.
Farbige Klumpen und Filtrationsrückstände
Das Problem ist längstens bekannt. 1980 kamen bei Grabungsarbeiten für eine Abwasserleitung im Altrheinweg Chemiemüll zum Vorschein. Die Rückstände aus der Farbenproduktion stammen aus den Fabriken der Ciba auf dem Klybeckareal. Der Aushub wurde als Sonderabfall entsorgt. Der Rest blieb im Boden. Weitere Abklärungen unterblieben bis heute. Dies trotz Hinweisen, dass im Quartier an vielen Orten solche Giftabfälle verborgen sind. Sie wurden neben Schlacken und
Bauschutt und anderen Abfällen von Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1930er-Jahre abgelagert, um das Klybeck-Quartier anzuheben und so vor Hochwasser der Wiese zu schützen. Nicht genaubekannt ist jedoch, wo genau und wie viel Chemiemüll im Untergrund des Klybeck-Quartiers liegt.
Auch das Gesundheitsrisiko für die Menschen, die im Quartier leben, ist unklar.
Das Amt für Umwelt und Energie (AUE) müsste Abklärungen in die Wege leiten. Doch dieses sah bis heute keinen Anlass, den Chemiemüll, z. B. in der Ackerstrasse beim Spielplatz Ackermätteli, unter die Lupe zu nehmen. Im Gegenteil: Auf seiner Website schreibt das Amt, das Gebiet sei gut untersucht.
Nichtstun ist inakzeptabel
Das Nichtstun des AUE ist inakzeptabel. Dies umso mehr, als das Amt während Jahren auch im Bezug auf das Klybeckareal selber behauptete, es sei gut untersucht. Auf Druck der AefU haben die Eigentümer neue Messungen im Grundwasser durchgeführt. Dabei wurden hochgiftige Stoffe wie der Blasenkrebsauslöser Benzidin über den Grenzwerten entdeckt, wie sie im April mitteilten. Das heisst: Es muss saniert werden. Wo im Areal die Quellen für diese Belastungen sind, müssen die Eigentümer nun herausfinden.


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